Erftstadt. Erftstadts größter Stadtteil kommt voran. Die Ratsfraktionen haben in den letzten Monaten eine Reihe von Beschlüssen gefasst, deren konkrete Umsetzung den Stadtteil Liblar entscheidend zu seinen Gunsten verändern werden. „Liblar ist auf einem guten Weg“, zieht Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen ein positives Fazit für die SPD-Fraktion. „Vieles von dem, was wir 2012 unter dem Titel „Masterplan Liblar“ zusammengefasst haben, ist auf den Weg gebracht.“

 

Alt-Liblar: Die städtebauliche Sanierung Alt-Liblars hat bei den Sozialdemokraten einen hohen Stellenwert. Alt-Liblar ist als Einheit zu betrachten. Für die Carl-Schurz-Straße fordern die Sozialdemokraten eine Planung aus einem Guss. Isolierte Maßnahmen, wie die Teilbebauung des Zervos-Geländes oder ein vorschneller Verkauf der Flächen an der Volkshochschule, lehnen sie ab. Der Beschluss des Rates, im Dreieck Bliesheimer Straße, Grachtstraße und Carl-Schurz-Straße Wohnungen, unter anderen auch altengerechte Wohnungen, zu bauen, ist für die SPD ein erster Schritt in eine Richtung, mehr Bewohner in Alt-Liblar anzusiedeln. Die jetzt vorliegende Planung muss allerdings überarbeitet werden. Positive Ansätze sieht die SPD-Fraktion auch in den Plänen des Bauvereins, den östlichen Bereich der Carl-Schurz-Straße mit Stadthäusern zu bebauen. Die vielen vorhandenen Baulücken, die ungewisse Zukunft des Klosters und des Klostergartens, des Geländes der Post oder des Standorts der Dampflok lassen sich nur im Kontext miteinander lösen.

 

 

Ein Gutachten wird Auskunft darüber geben, welche Maßnahmen sinnvoll sind, Alt-Liblar städtebaulich attraktiver und zukunftsfähiger zu gestalten. Das beauftragte Planungsbüro MVM, Aachen, wird konkrete Vorschläge erarbeiten sowie Finanzierungsmöglichkeiten, insbesondere auch Fördermöglichkeiten aufzeigen. Die vorbereitende Untersuchung der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen im Bereich von Alt-Liblar und des Einkaufszentrums ist ein wichtiger Grundstein für eine erfolgreiche städtebauliche Entwicklung in Liblar.

 

Einkaufszentrum: Die Entwicklung des Einkaufszentrums betrachten die Sozialdemokraten mit großer Sorge. Nach der relativ zügigen Umsetzung der notwendigen Baumaßnahmen zur Ansiedlung des Lidl-Marktes war die SPD-Fraktion davon überzeugt, dass die Sanierung des Einkaufszentrums in dieser jetzt ablaufenden Wahlperiode noch einen entscheidenden Schritt vorankommen würde. Doch seit gut einem Jahr hat sich nichts mehr getan. Die Gerüchteküche kocht.

 

Durch die Schließung des Edeka-Marktes am Bürgerplatz ist ein wichtiger Nahversorgungsstandort weggebrochen. Den Eigentümer der Immobilie und potenzielle Gewerbetreibende zusammenzubringen, ist eine wichtige Aufgabe der Wirtschaftsförderung. Dieser Aufgabe hat sie sich zu stellen.

 

Bahnhof Liblar: Sich beim Umbau des Bahnhofsvorfeldes auf das Machbare und für die Pendler Wichtige zu konzentrieren, war der richtige Weg. Statt weiter Luftschlösser zu verfolgen, gibt es nach über 20-jähriger Diskussion nun einstimmige Beschlüsse zum Umbau des Bahnhofsvorfeldes. Die Deutsche Bahn AG hat ihrerseits ein Konzept und einen Bauzeitenplan für den Bahnhofsumbau entwickelt. Die SPD-Fraktion bedauert, dass ein Teil der Beschlüsse gegen den Widerstand der Verwaltung habe gefasst werden müssen. Sie ist auch darüber verärgert, dass sich bis zuletzt ein führender Mitarbeiter im Baudezernat gegen den Ausbau eines Kreisverkehrs am Schlunkweg ausgesprochen hat, obwohl dies nachweislich die bessere und auch kostengünstigere Lösung ist.

 

Wenig Verständnis hat die SPD-Fraktion auch dafür, dass erst nach mehrmaligem Nachhaken die Verwaltung eine verständliche Information über die einzelnen Bauabschnitte erstellt hat. Mit Nachdruck besteht die SPD-Fraktion darauf, dass die Pendler und Nutzer des Bahnhofes regelmäßig und ausführlich über anstehende Bauarbeiten und Behinderungen informiert werden. Neben der Information der Presse gehören dazu nach Vorstellungen der SPD-Fraktion die regelmäßige Herausgabe von Flyern, die Aufstellung eines Informationskastens und die direkte Information vor Ort.

 

Die mit den Umbauarbeiten einhergehenden Behinderungen und Beeinträchtigungen der Nutzung des Bahnhofes müssen so gering wie möglich gehalten werden. Die Verwaltung muss die Pendler jeweils rechtzeitig darüber informieren, welche Behinderungen bei den einzelnen Bauabschnitten zu erwarten sind. Die Sozialdemokraten erwarten, dass die Verwaltung konkrete Vorstellungen entwickelt, wo zum Beispiel Ersatzparkplätze zur Verfügung stehen.

 

Volkshochschule: Die SPD will die Volkshochschule als eigenständige städtische Einrichtung an ihrem jetzigen Standort erhalten. Die VHS sorgt unter anderem für eine Belebung der Carl-Schurz-Straße und des Marienplatzes. Den Plan, die VHS zu einem Haus der Erwachsenenbildung auszubauen, wird die SPD-Fraktion weiterverfolgen. Vorschläge, die VHS in die Umbaumaßnahme im Schulzentrum zu integrieren, werden von der SPD-Fraktion nicht verfolgt.

 

Musikschule: Durch die großzügige Spende verfügt die Musikschule nun über ein sehr gut ausgestattetes Gebäude. Die Musikschule kann hier ihre erfolgreiche Arbeit unter besten Bedingungen fortsetzen. Die unwürdige Unterbringung im alten Gebäude hat die SPD-Fraktion immer wieder gerügt. Die Einbeziehung der Musikschule in das Kulturamt ist eine faire Entscheidung.

 

Schulzentrum: Der Umbau des Schulzentrums Liblar ist nicht nur für Liblar, sondern auch für umliegende Ortsteile von großer Bedeutung. Die Sanierung der Gottfried-Kinkel-Realschule hat deutlich vor Augen geführt, wie groß der Sanierungsbedarf in den Schulgebäuden aus den 70er Jahren ist. Die in dieser Schule verfolgte ganzheitliche Sanierung würde die SPD-Fraktion gerne auch auf andere Schulen ausweiten. Handlungsbedarf besteht sowohl im Altbautrakt des Gymnasiums als auch in der Dreifach-Sporthalle.

 

Die Gebäude der Carl-Schurz-Schule, der ehemaligen Hauptschule, sollen nun möglichst bald so hergerichtet werden, dass ein Teil davon vom Gymnasium und der Realschule genutzt werden können. Die im „Neubautrakt“ geplante Mensa und die dort vorhandenen Unterrichtsräume sind eine wichtige Bereicherung für Gymnasium und Realschule. Damit sind beide Schulen für die Zukunft gut aufgestellt. Den Umbau sollten Rat und Verwaltung nun zügig in Angriff nehmen.

 

Den älteren Gebäudetrakt der Carl-Schurz-Schule will die SPD erhalten. Darin soll ein „Haus der Geschichte“ errichtet werden mit Platz für ein Carl-Schurz-Museum, ein Museum für die Braunkohle sowie das städtische Archiv. Denkbar ist hier zusätzlich die Unterbringung der Bibliothek. Finanziert werden könnte das Projekt sowohl mit städtischen Mitteln (Archiv) als auch durch private Investoren sowie eine Stiftung.

 

Feuerwache: Die derzeitige Überarbeitung des Brandschutzplanes zeigt, dass von der Feuerwache in Liblar aus nicht alle Ortsteile in der vorgeschriebenen Zeit erreichbar sind. Das seinerzeit in Lechenich gebaute Feuerwehrgebäude für die Unterbringung der ehrenamtlichen Lechenicher Feuerwehr liegt so ungünstig, dass selbst dann, wenn dieses Gebäude als zweite Wache ausgebaut werden sollte, weiterhin nicht alle Einsatzzeiten erfüllbar sind. Im Rahmen der weiteren Bearbeitung des Brandschutzplanes muss deshalb geprüft werden, ob es nicht günstiger ist, eine neue Feuerwache an einem Standort unterzubringen, von dem alle Ortsteile in der vorgesehenen Zeit zu erreichen sind. Ein geeigneter Standort könnte der Wirtschaftspark in Lechenich sein. Für das derzeitige Feuerwehrgebäude müsse dann ein neues Nutzungskonzept erstellt werden. Denkbar wäre die Nutzung als Jugend- und Kulturzentrum.

 

Gewerbegebiete: Nachdem das Gewerbegebiet zwischen Köttingen und Liblar neu geplant worden ist, muss nun dringend das Gewerbegebiet Am Vogelsang neu geordnet werden. Die Brachflächen und leer stehenden Hallen müssen revitalisiert werden. Die Verkehrsprobleme müssen gelöst werden.

 

Verkehr: Die in der Vergangenheit isolierten Maßnahmen zur Verkehrslenkung haben sich im Nachhinein oft als Bumerang erwiesen. Die Verkehrsprobleme haben weiter zugenommen. Kritische Punkte sind unter anderem die Kreuzung Köttinger Straße/Carl-Schurz-Straße, die Ausfahrt des Rewe-Marktes gegenüber der Gartenstraße, die enge Durchfahrt im unteren Teil der Carl-Schurz-Straße zwischen Köttinger Straße und Bahnhofstraße sowie der Ziel- und Quellverkehr zum Bahnhof. In der Beauftragung des Verkehrsgutachtens für den Stadtteil Liblar, das die Sozialdemokraten seit Jahren forderten, sieht die SPD-Fraktion die Chance, die Verkehrsprobleme in Liblar zu lösen.