Jeden Tag kann man es in den Zeitungen lesen. Es wird gerungen und diskutiert, wie man die Schülerströme in den Schulbussen entzerren kann. Wir wollten es genauer wissen und haben der Verwaltung eine Anfrage gestellt. Die Antwort ist sehr schmallippig. Wir können nicht so recht glauben, dass es keine vollen Busse gibt. Von daher würden wir uns freuen, wenn uns die Erftstädter Bürgerinnen und Bürger über unsere Facebookseite eine Rückmeldung geben würden.

Diese Anfrage haben wir gestellt:

Schulbusverkehr in Corona-Zeiten

Sehr geehrte Frau Weitzel,

ich möchte Sie bitten, mir die nachfolgen Fragen zu beantworten:

die Pandemie hat uns seit März 2020 fest im Griff. Aktuell befinden wir uns im zweiten (Teil-) Lockdown. Im Gegensatz zum März/April sind im November die Schulen weiterhin geöffnet. In einer Flächenkommune wie Erftstadt ist das Thema Schulbusverkehr besonders wichtig für die Erftstädter Schülerinnen und Schüler. Medien in NRW berichten über einen Anstieg der Elterntaxis, weil Eltern ihre Kinder nicht in überfüllten Bussen zur Schule schicken wollen. In Erftstadt laufen seit zwei Jahren an insgesamt drei Schulen umfangreiche Maßnahmen (Schulisches Mobilitätsmanagement), um Elterntaxis zu reduzieren. Die Pandemie und der Umgang damit konterkariert diese sinnvollen städtischen Maßnahmen.

Das Land NRW hat versucht, dieser Situation vorzusorgen und übernahm vom Ende der Sommerferien bis zu den Herbstferien befristet die Kosten für zusätzliche Schulbusse. Denn viele Busunternehmen, die normalerweise nicht im Schulbusbetrieb eingesetzt sind, haben aufgrund der Corona bedingten Vorgaben derzeit Einschränkungen in der bisherigen Form ihrer Berufsausübung und somit Kapazitäten frei.

  1. Standen und stehen genügend Busse für einen Corona konformen Schulbusverkehr zur Verfügung?

  2. Hat die Stadt Erftstadt beim Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen die Finanzierung von zusätzlichen Busfahrten für einen Corona-konformen Schüler*Innen Transfer beantragt? Wenn ja: Hat die Stadt Erftstadt Fördermittel erhalten und wie viele Busfahrten konnten dadurch zusätzlich angeboten werden?

  3. Gab bzw. gibt es seitens der Verwaltung Gespräche mit den ortseigenen Schulen sowie den bekannten außerörtlichen „Pendlerschulen“ um auf einen gestaffelten Unterrichtsbeginn einzuwirken, um so die Auslastung in den Schulbussen zu entzerren?

  4. Die Auswirkungen der Corona Krise werden auch den Schulbusverkehr noch lange beeinflussen. Wie will die Verwaltung mittel- und langfristig einen Corona konformen Schulbusverkehr sicherstellen?

Und hier die Antwort der Verwaltung:

Sehr geehrter Herr Busch,

Ihre Anfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Zu 1.

Der Linienverkehr, hierzu zählt auch die Schülerbeförderung, wird von der REVG für den gesamten Rhein-Erft-Kreis koordiniert.

Die REVG hat auf Anforderung der Schulen im Rhein-Erft-Kreis täglich zwischen 15 und 30 Busse als Verstärkerfahrten im Kreisgebiet zusätzlich eingesetzt. Im Stadtgebiet Erftstadt wurden die Zusatzfahrten für das Schulzentrum Liblar, das Schulzentrum Lechenich, die Donatusgrundschule und die Grundschule Lechenich Süd durchgeführt. Weitere Bedarfe durch die Schulen wurden nicht angezeigt.

Zusätzlich zu Bedarfsanforderungen der Schulen wurde die Situation vor Ort durch die Verkehrsaufsicht der REVG überprüft. Überbesetzungen in den Bussen, die eine weitere Zusatzfahrt erfordert hätte, wurden dabei nicht festgestellt.

Zu 2.

Der Stadt Erftstadt obliegt es nicht, Fördermittel für den Linienverkehr zu beantragen. Zuwendungsempfänger und antragsberechtigte Stelle für die Finanzierung der zusätzlichen Fahrten ist ausschließlich der zuständige Aufgabenträger. Die Stadt Erftstadt befindet sich nicht im Status eines Aufgabenträgers, dies ist Aufgabe des Rhein-Erft-Kreises. 

Der Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen ist im Rahmen von Finanzierung und zusätzlichen Fahrten nicht involviert.

Zu 3.

Das Fachamt hatte alle Schulen angeschrieben und um Stellungnahme gebeten, ob Staffelungen der Ankunfts- bzw. Endzeiten gewünscht sind.

Folgende Rückmeldungen sind von den einzelnen Schulen eingegangen:

  • Grundschule Lechenich-Süd fester Unterrichtsbeginn
  • Grundschule Lechenich-Nord fester Unterrichtsbeginn um 8.00 Uhr
  • Donatus-Grundschule Liblar offener Unterrichtsbeginn
  • Grundschule Bliesheim offener Unterrichtsbeginn zwischen 7.45 und 8.15 Uhr
  • Grundschule Erp fester Unterrichtsbeginn
  • Grundschule Gymnich fester Unterrichtsbeginn
  • Grundschule Kierdorf    offener Unterrichtsbeginn bis 8.00 Uhr
  • Hauptschule Lechenich fester Unterrichtsbeginn
  • Realschule Lechenich fester Unterrichtsbeginn um 8.00 Uhr, festes Unterrichtsende um 13.15 Uhr, montags, mittwochs und donnerstags zusätzlich Unterricht von 14.15 bis 15.50 Uhr
  • Realschule Liblar fester Unterrichtsbeginn um 8.10 Uhr
  • Gymnasium Lechenich fester Unterrichtsbeginn
  • Gymnasium Liblar fester Unterrichtsbeginn

Zu 4:

Ein den gesetzlichen Bestimmungen der Corona Pandemie entsprechender Schulbusverkehr wurde und wird auch in Zukunft durch die REVG gewährleistet.