Monika Hallstein vor ihrem Wahlbüro in der Carl-Schurz-Straße 62 in Liblar

Monika Hallstein (52 Jahre) tritt bei der Kommunalwahl 2020 am 13. September als Bürgermeisterkandidatin an. Den Erftstädterinnen und Erftstädtern ist sie seit 2014 als Technische Beigeordnete bekannt. Wer ist Monika Hallstein privat? Welche beruflichen Erfahrungen bringt sie für das Bürgermeisteramt mit? Die Redaktion von Erftstadt kompakt (EK) fragte nach.

EK: Sie kommen aus Nordhessen. Dort haben Sie ihre Kindheit verbracht. Dort sind Sie zur Schule gegangen. Wie haben Elternhaus und Schule ihr Leben geprägt?

Monika Hallstein: Ich hatte sehr fürsorgliche Eltern, die mich und meine beiden Geschwister in unseren jeweiligen Begabungen und Interessen unterstützt haben. Meine Eltern waren Kinder aus stark kriegsgeschädigten Familien und wollten uns beste Chancen und Perspektiven ermöglichen. Protestantische Demut, Fleiß und Toleranz waren zu Hause täglich gelebte Werte.

Als Gesamtschulabsolventin weiß ich, dass nicht jedes Kind so von zu Hause aus gefördert wird. Damals hieß es vor allem bei vielen Mädchen: „Du musst kein Abitur machen, Du heiratest doch sowieso.“ Das hat mich schon als Teenagerin erzürnt. Chancengerechtigkeit muss für alle gelten. Unabhängig von Geschlecht, Sozialstatus und ethnischer Herkunft.

Das freie Denken und das Entwerfen von Zukunftsvisionen hat Monika Hallstein immer geschätzt. Kein schlechter Ansatz, um in einer Stadt wie Erftstadt etwas zu bewegen

EK: Sie haben in Darmstadt Architektur studiert. Was hat Sie an diesem Studiengang Architekturstudium gereizt?

Monika Hallstein: In jungen Jahren war ich Kirchenorganistin und von der Atmosphäre sakraler Räume fasziniert. Jeder Raum hat einen anderen Klang, andere Bilder und ein anderes Licht. Ich war aber nicht nur musikalisch und künstlerisch interessiert, sondern hatte immer auch Spaß an strategischen Gedankenmodellen.

Die Technische Hochschule Darmstadt galt und gilt als eine der besten Schulen für Architektur. Das freie Denken und Entwerfen von Zukunftsvisionen an dieser Schule habe ich sehr geschätzt. Vor allem Professor Thomas Sieverts, der Städtebau lehrte, hat mich stark geprägt. Mit seiner Fähigkeit, in freier Rede Bilder zu erzeugen, ist er noch heute ein wichtiges Vorbild für mich.

EK: In ihrem beruflichen Lebenslauf finden sich viele interessante Projekte. Wie haben die sie beeinflusst?

Monika Hallstein: Ich habe ganz unterschiedliche Projekte bearbeitet. Dadurch habe ich viel lernen können und dürfen. Als junge Architektin habe ich in Büros in der freien Wirtschaft vielfach Preise bei Gestaltungswettbewerben einholen können, etwa für die Neuinterpretation der unter Ulbricht abgerissenen Busmannkapelle in der Altstadt von Dresden. Später habe ich die Seite gewechselt, um die Zukunftsfragen selbst mitzubestimmen. Als ich vor sechs Jahren wieder einmal in Frankfurt war und erleben konnte, dass der Bau der Europäischen Zentralbank und das gesamte Umfeld am Main neugestaltet war, war ich sehr gerührt. Natürlich macht es stolz, daran mitgewirkt zu haben.

Durch meine Arbeit in der freien Wirtschaft und seit vielen Jahren in Führungspositionen in der Verwaltung, weiß ich um die besondere Blickrichtung beider Seiten.

Überzeugungsarbeit: Da ist Monika Hallstein in ihrem Element

EK: Und jetzt in Erftstadt?

Monika Hallstein: In Erftstadt muss ich die gesamte Entwicklung im Blick haben. Das hat seinen besonderen Reiz, bringt aber auch viel Verantwortung mit sich. Die Wohnbaulandentwicklung, die Masterpläne für Liblar und Lechenich, der Neubau des Bahnhofes sind Meilensteine in der Fortentwicklung der Stadt. Neubau und Modernisierung von Schulen, Kindergärten, Sportanlagen und anderen städtischen Einrichtungen nehmen breiten Raum in meiner täglichen Arbeit ein. Die Beschaffung von Fördergeldern ist zur Finanzierung der Projekte unerlässlich. Rund 30 Millionen Euro sind so für die unterschiedlichsten Projekte eingegangen, was für sich genommen schon ein großer Erfolg ist.

Erftstadt ist eine sehr vielfältige Stadt, die von den vielen Gesichtern ihrer Stadt- und Ortsteile geprägt ist. Ich finde, es ist wichtig, dass jeder Teil sich die Einzigartigkeit bewahren darf. Mein Ziel ist es, dass wir uns alle als Teil einer Erftstadt-Familie verstehen.


Wer mit Monika Hallstein Kontakt aufnehmen will, kann dies gerne tun. Ihr Wahlbüro liegt in der Carl-Schurz-Straße 62 in Liblar. Ihre E-Mail-Adresse: mh@monika-hallstein.de.

Quelle: Erftstadt-kompakt, Juni 2020