Den Bahnhof in Erftstadt soll die geplante Schnellbuslinie von Brühl über Erftstadt nach Horrem nicht anfahren. Auch nicht den Marktplatz in Lechenich

Für Erftstadt kaum Verbesserungen, aber dafür Mehrkosten im sechsstelligen Bereich, so lässt sich der Vorschlag des Rhein-Erft-Kreises zur Einrichtung der neuen Schnellbuslinie SB40 kurz zusammenfassen. Während SPD und Grüne sich für eine Änderung der Linienführung beim Kreis stark machen wollten, lehnten CDU, FDP und Freie Wähler eine von der Verwaltung dafür vorbereitete Resolution ab.

Zunächst war die Freude groß. Die insbesondere von der SPD-Fraktion über Jahre geforderte Schnellbuslinie zu den schienengebundenen Bahnhöfen in Brühl und Horrem kommt endlich. Schnell kam die Ernüchterung. „Was der Kreis jetzt vorschlägt, bringt den Erftstädtern Bürgerinnen und Bürgern recht wenig”, ist sich der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Axel Busch, sicher. Geplant ist jetzt eine Schnellbuslinie von Bergheim kommend über die A61 bis zur Ausfahrt Erftstadt, dann geht es weiter in Richtung Lechenich mit einer Schleifenfahrt über das östliche Siedlungsgebiet und den Wirtschaftspark, weiter über die B265 nach Liblar über die komplette Carl-Schurz-Straße, um dann anschließend Liblar in Richtung Brühl und Wesseling zu verlassen.

 „Weder der Marktplatz Lechenich noch der Bahnhof in Liblar sind angebunden“, kritisiert Busch. „Wir haben uns das ganz anders vorgestellt. Wir wollten, dass die Schnellbuslinie im westlichen Bereich die Ortschaften Lechenich, Dirmerzheim und Gymnich miteinschließt, um so insbesondere den Pendlern ein attraktives Angebot zum Umstieg auf den ÖPNV zu bieten.“ Was jetzt vorgelegt werde sei nicht kundengerecht und komme der Stadt aber sehr teuer, da die Kosten über die auf dem jeweiligen Stadtgebiet gefahrenen Kilometern abgerechnet würden.

CDU, FDP und Freie Wähler wollen keine Verbesserung

Gar nicht nachvollziehen kann Busch, dass man sich im Stadtentwicklungsausschuss noch einig war und einstimmig auf Vorschlag der SPD-Fraktion die Verwaltung beauftragt hatte, eine Resolution gegen die vorgeschlagene Linienführung zu erarbeiten, im Rat aber der von der Verwaltung erarbeitete Entwurf von CDU, FDP und Freie Wähler abgelehnt wurde.

„Die anstehende Kommunalwahl lässt offensichtlich keine sachliche Zusammenarbeit mehr zu“, bedauert Busch, insbesondere wenn damit erhebliche Mehrbelastungen für die Stadt verbunden sind, ohne dass ein Mehrwert zu erkennen ist.