Mindestens drei zusätzliche Kindergärten und längere, flexiblerer und verlässlichere Öffnungszeiten fordert die SPD-Fraktion nach Auswertung der von der Verwaltung vorgelegten Bedarfsanalyse. Dabei weichen ihre Vorschläge in vielen Bereichen von denen der Verwaltung ab. „Die Bedarfsplanung kommt mindestens ein Jahr zu spät. Die wichtigsten Eckdaten waren bereits im letzten Jahr bekannt. Vorschläge zu längeren, flexibleren und verlässlichen Betreuungszeiten fehlen gänzlich“, kritisieren Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen und die Parteivorsitzende Susanne Loosen.

Neubauten in Liblar und Gymnich

Die SPD-Fraktion macht sich unter anderem stark für den Neubau einer fünfgruppigen Einrichtung in der geplanten Neubausiedlung am Dechant-Linden-Weg in Liblar. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Erweiterung einiger bereits bestehender Kindergärten um jeweils eine Gruppe lehnt die SPD-Fraktion ab. „Liblar wird aufgrund der TH-Ansiedlung und dem zu erwartenden Zuzug der Stadtteil mit dem größten Entwicklungspotential“, sagt Lisa Bohlen, Vorsitzende des SPD-Distriktes Ville. Der Bau eines neuen Kindergartens in Gymnich steht ebenfalls ganz oben auf der Liste zu bauenden Kindergärten in Erftstadt. „In Gymnich und in Liblar haben wir jeweils ein Jahr verloren, weil die Verwaltung und eine Mehrheit des Jugendhilfeausschuss, unsere entsprechenden Anträge abgelehnt haben“, sagt der Gymnicher Stadtverordnete Axel Busch.

Neue Kita in Erp

Einen neuen Kindergarten fordern die Sozialdemokraten auch für den Stadtteil Erp. Gebaut werden könnte er sehr schnell auf dem ehemaligen Allianzgelände, das der Stadt gehört. In Bliesheim soll vorrangig die Erweiterung der Kita „Kükennest“ angegangen werden. Ob – wie vom Jugendamt vorgesehen ist – eine erneute Erweiterung der bereits sechsgruppigen Einrichtung in Köttingen um eine weitere Gruppe sinnvoll ist, wagen die Sozialdemokraten zu bezweifeln. „Das Außengelände sei bereits jetzt zu klein“, sagt Ortsbürgermeister Alfred Zimmermann. Der Übergangskindergarten in der ehemaligen Schule in Friesheim soll nach Ansicht der Sozialdemokraten auch eine Übergangslösung bleiben. Die dauerhafte Unterbringung der drei Gruppen in diesem Gebäude lehnen sie ab. Außerdem reiche der bestehende, jetzt erweiterte und sanierte Kindergarten mit sieben Gruppen für den Bedarf in Friesheim.

Flexiblere Betreuungszeiten

„Wir bedauern vor allem, dass das Jugendamt keine Vorschläge für längere und flexiblere Öffnungszeiten in den städtischen Kitas unterbreitet“, sagen Susanne Loosen und Bernd Bohlen. „Wer haben vor über einem Jahr konkrete Vorschläge gemacht, wie sich längere und flexiblere Öffnungszeiten sukzessive umsetzen lassen“, so die beiden Sozialdemokraten. Diese seien vom Jugendamt immer wieder abgelehnt worden, obschon schon seit längerem deutlich wurde, dass die Einführung flexiblerer Betreuungszeiten ein Eckpunkt des neuen Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) werden würde. „Um jetzt erste Maßnahmen durchzuführen, brauchen wir nicht die von der Verwaltung vorgeschlagene Elternbefragung“, meint Susanne Loosen.

Verlässliche Betreuung

„Wir brauchen vor allem auch verlässlichere Betreuungszeiten“, fordern Bohlen und Loosen. In den städtischen Kindergärten fallen derzeit gehäuft Betreuungszeiten aus. Eltern betroffener Kinder müssen immer wieder kurzfristig andere Betreuungsmöglichkeiten suchen. Auch dazu hätten sich die Sozialdemokraten in der Bedarfsplanung konkrete Vorschläge zur Verhinderung des Ausfalls der Betreuung gewünscht.

„Zu spät, zu wirr, zu altbacken und zu wenig zukunftsorientiert“, lautet das generelle Fazit der Sozialdemokraten zur Bedarfsplanung. „Um zu einem in sich schlüssigen Konzept zu kommen, muss an vielen Stellen erheblich nachgearbeitet werden“, sind sich die Sozialdemokraten einig.