Der Masterplan Lechenich ist die Chance, den zentralen Stadtteil Erftstadts sowohl als lebendiges Geschäftszentrum als auch als Wohnstandort mithistorischem Stadtkern undhohem Freizeitwert attraktiver zu gestalten. Darin sind sich die Mitglieder der SPD-Fraktion und der Lechenicher SPD einig. Eine Grundvoraussetzung dafür sei vor allem ein schlüssiges Verkehrskonzept, das die Bedürfnisse von Radfahrern und Fußgängern stärker in den Vordergrund rückt und auch Platz schafft für alternative Verkehrsprojekte.

Weniger Durchgangsverkehr, weniger Parkplätze, dafür mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer, mehr Platz für Außengastronomie und Verkaufsstände vor den Geschäften für den Bereich zwischen dem Bonner und dem Herriger Tor, sind erste Ziele, die wir beim Masterplan verfolgen, erklären Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen und der Vorsitzender der SPD, Dr. Martin Wölfle. So sollen die Abstellplätze auf dem Markt bis auf wenige Ausnahmen (Ärzte, Behinderte, Car-Sharing) komplett wegfallen. Viele – aber nicht alle – Parkplätze an der Bonner Straße müssen nach Ansicht der Sozialdemokraten breiteren Bürgersteigen mit hoher Aufenthaltsqualität weichen. Komplett aus der Altstadt verdrängen wollen die Sozialdemokraten den motorisierten Verkehr aber nicht.

Ein zweites tiefergelegtes Parkdeck auf dem Parkplatz an der Frenzenstraße oder erweiterte Parkmöglichkeiten am Parkplatz Haagenpfädchen sollen den Wegfall der Parkplätze an der Bonner Straße und auf dem Marktplatz ersetzen. Die schon vor Jahren umgesetzte Dreipunktlösung (Parkplatz Haagenpfädchen, Parkplatz Frenzenstraße und Parkplatz Schützenplatz) hat sich nach Ansicht der Sozialdemokraten grundsätzlich bewährt. Ein Parkleitsystem soll helfen, die vorhandenen Parkplätze effektiver zu nutzen.

Großen Nachholbedarf sehen die Sozialdemokraten vor allem beim Ausbaustandard der Radwege im gesamten Stadtteil. „Der ausgewiesene Radweg/Radstreifen von der Kreuzung Bonner Straße/Kölner Ring bis zum Marktplatz ist eine einzige Katastrophe“, erklärt Dr. Martin Wölfle, Vorsitzender der Erftstädter SPD. „Er ist unübersichtlich, eng, verläuft mal auf der Fahrbahn, mal auf dem Bürgersteig und ist so äußerst gefährlich.“ In der Altstadt selbst können wir uns auch die eine oder andere Fahrradstraße, auf der Radfahrer Vorrang vor Autofahrern haben, vorstellen“, so Wölfle. Ausgebaut werden müsse auch der Fuß- und Radweg von der Bonner Straße entlang des Rotbaches zum Schulzentrum.“

„Im Rahmen des Masterplanes sollte auch eine Neugestaltung des Wokingham Platzes und die Neubefestigung der Wegstrecke um den historischen Stadtwall in Angriff genommen werden“, so Ralf Schnitzler, Lechenicher Stadtverordneter und Mitglied im Arbeitskreis Masterplan Lechenich für die SPD.  „Gleichzeitig könnte das Bodendenkmal ‚Alte Burg‘ in der Nähe der Oebelsmühle sichtbar gemacht werden. Beides würde die Anziehungskraft des Stadtkerns mit fußläufigem Naherholungsbereich und naturnaher Verweilmöglichkeit erhöhen.“

Für städtebaulich vordringlich halten die Sozialdemokraten die Umgestaltung des Geländes an der Steinstraße. Zusätzliche Wohnungen, aber auch Geschäfte sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen könnten dort Platz finden. Sichtbarer und auch wesentlich attraktiver wollen sie die vielen historischen Gebäude und Anlagen in das Stadtbild einbinden. Gefordert werden mehr Angebote für Jugendliche und junge Menschen. Mehr städtisches Leben wünschen sich die Sozialdemokraten auch auf dem Wokingham Platz, der derzeit wenig attraktiv ist. 

„Eine attraktive Altstadt, in der es Spaß macht, zu verweilen, hilft auch den Geschäften und fördert die Gastronomie“, sind sich Bohlen und Wölfle sicher.

Großes Lob zollen die Fraktion und die Lechenicher Sozialdemokraten dem technischen Dezernat. „Der Beigeordneten Monika Hallstein, sowie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es von Anfang an gelungen, die Lechenicher Bürgerinnen und Bürger in die Planung und die Erstellung des Masterplans einzubinden“, sagt Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen. In den beiden sogenannten Werkstattgesprächen hätten sie eine Reihe von interessanten und umsetzungswürdigen Vorschlägen gemacht. „Die wollen einfach mehr als nur einige wenige kosmetische Änderungen.“

Wie geht es weiter?

Bohlen und Wölfle hoffen, dass es trotz des anstehenden Kommunalwahlkampfes gelingt, bis Anfang September ein tragfähiges Förderkonzept auf den Weg zu bringen. Gefordert seien jetzt vor allem die Verkehrsplaner. Die sollen jetzt als zunächst Möglichkeiten aufzeigen, wie der motorisierte Verkehr rund um den Markt verringert werden kann, beschloss der Arbeitskreis Masterplan Lechenich vor ein paar Tagen. Spätestens vor den Sommerferien sollen dann die erforderlichen Maßnahmen beschlussreif sein. Bis dahin werden auch weitere Werkstattgespräche durchgeführt. „Wenn wir alle – Politik, Verwaltung, Bürgerinnen und Bürger – gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir das Beste aus dem Masterplan für Lechenich herausholen“ so Bohlen und Wölfle.