Die CDU macht es sich einfach. Endet die Sanierung des Schulzentrums Lechenich in dem befürchteten finanziellen Desaster, sind das die Bürger schuld. Der Sanierungsbeschluss geht laut Michael Schmalen, Vorsitzender der CDU Lechenich, im Wesentlichen auf einen Bürgerentscheid in Erftstadt vor rund vier Jahren zurück, bei dem sich 70 Prozent der Bürger dafür ausgesprochen hätten, die Schulzentren in Liblar und Lechenich mit ihren Schulformen beizubehalten. „Eine groteske und abenteuerlich Begründung“, sagt dazu Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen. Die Frage Sanierung oder Neubau des Schulzentrums Lechenich habe bei der damaligen Abstimmung keine Rolle gespielt. „Jetzt die damaligen Befürworter dieses Bürgerentscheids mitverantwortlich für ein mögliches finanzielles und ökologisches Debakel zu machen, ist unredlich und perfide“. Der Bürgerentscheid habe im Übrigen nicht einmal die erforderliche Stimmenanzahl von 20 Prozent der Wahlberechtigten erreicht. Daraus – wie Schmalen es tut – eine 70-prozentige Zustimmung der Bürger zu suggerieren, sei einfach unseriös.

Unseriös sind auch die genannten Vergleichszahlen die Schmalen für die Sanierung (40 Millionen Euro) und den Neubau (65 Millionen Euro) nennt. „Ein Neubau ist energetisch und technisch auf dem neuesten Stand. In die Planung fließen zudem die aktuellen pädagogischen Konzepte ein“, so Bohlen. Die von CDU, FDP und Freien Wählern beschlossene Sanierungsvariante sieht zum Beispiel für einen Großteil der Außenfassaden keine energetische Sanierung vor. Das allein führt zu hohen zusätzlichen Energiekosten und wirkt sich negativ auf die Klimabilanz aus. „Wir bleiben dabei: Die Sanierung des Schulzentrums ist wirtschaftlich und ökologisch nicht vertretbar“, stellt Bohlen für die SPD–Fraktion klar.