Erftstadt. Dringenden Handlungsbedarf sehen Erftstadts Sozialdemokraten im Bereich der Pflege. Denn in der Stadt fehlen bis zum Jahr 2020 über 200 Pflegeplätze. Im Rahmen der Haushaltsplanberatungen 2019 hat die SPD-Fraktion nun beantragt, dass die Verwaltung Vorschläge unterbreitet, wie sich das Defizit verringern lässt. Zum anderen fordert sie, dass die Verwaltung Wege aufzeigt, wie sie entsprechend der demografischen Entwicklung den Bedarf an Pflegeplätzen decken will.

Aus einer Studie des Instituts für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik geht hervor, dass in Erftstadt in der vollstationären Pflege 190 Plätze zusätzlich notwendig sind, in der Kurzzeitpflege gut 50 und in der Tagespflege gut 40. Für die ambulante Pflege sind zusätzlich 60 Mitarbeiter notwendig. Außerdem werden in Erftstadt 244 Wohnungen mit Service und 21 Wohneinheiten im ambulant betreuten Wohnen benötigt. „Der Handlungsdruck ist groß“, sind sich Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen und die Parteivorsitzende Susanne Loosen einig.

Neue Pflegeplätze sind zuletzt im Quartier Am Stadtgarten entstanden. Der Betreiber bietet dort erstmals seit Jahresbeginn Tagespflegeplätze an. Seit Anfang November gibt es dort die erste ambulante Wohngemeinschaft, ein Projekt, das einzigartig im Rhein-Erft-Kreis ist. Zusätzliche Pflegeplätze baut ein privater Investor im nächsten Jahr am Ortsausgang von Gymnich in Richtung Kerpen.

Erftstadts Sozialdemokraten regen auch an, dass sich die Verwaltung um die Ansiedlung einer Pflegefachschule kümmert. Denn ohne zusätzliches gut geschultes Personal funktioniert die Pflege nicht.