Erftstadt: „Die Eltern stimmen weiter mit den Füßen ab. Der Trend ist eindeutig”, kommentiert Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen die Anmeldezahlen an den weiterführenden Schulen. Die SPD-Fraktion sehe sich durch die jetzt von der Verwaltung veröffentlichten Zahlen bestätigt.

Die Stadtverwaltung hat im Haupt- und Finanzausschuss auf Antrag der SPD die vorläufigen Anmeldezahlen für das Schuljahr 2017/18 an den weiterführenden Schulen in Erftstadt bekanntgegeben. Der Negativtrend für das Schulzentrum in Lechenich setzt sich fort. Wurden im Vorjahr noch 72 Schüler am Gymnasium Lechenich angemeldet, waren es jetzt nur noch 65 Schüler. An der Realschule in Lechenich meldeten sich 61 Schüler an, letztes Jahr waren es 77. Selbst die Hauptschule hat mit 35 Anmeldungen fünf weniger als letztes Jahr. Ganz anders der Trend im Schulzentrum Liblar. Das Ville-Gymnasium legt zu von 120 auf 129 Anmeldungen, die Gottfried-Kinkel-Realschule von 87 auf 91.

Noch deutlicher wird der Trend, wenn man die Daten von heute mit denen des Schuljahres 2008/2009 vergleicht. Aufgrund des demografischen Wandels gehen die Schülerzahlen zwar insgesamt zurück, aber die Unterschiede bei den Anmeldezahlen der einzelnen Schulen sind bemerkenswert. So sind die Anmeldezahlen in diesem Zeitraum am Gymnasium Lechenich um über die Hälfte zurückgegangen, während sie am Gymnasium in Liblar sogar leicht stiegen. „Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache“, so Bohlen.

Die Sozialdemokraten sind überzeugt, dass eine Gesamtschule für das Schulzentrum in Lechenich die Lösung ist, das Schulzentrum insgesamt zu sichern und zukunftsfähig zu machen. Die jetzt vom Bürgermeister vorgeschlagene Lösung der Einrichtung einer Dependance der Gesamtschule Weilerswist in Friesheim würde dagegen die Schülerinnen und Schüler aus Lechenich abziehen, die nur deshalb das Schulzentrum Lechenich besuchen, weil sie keinen Platz in einer Gesamtschule bekommen haben.

„Es ist unverantwortlich, dass Rat und Verwaltung hier nicht nur nicht gegensteuern, sondern auch noch rund 25 Millionen Euro in ein nicht zukunftsträchtiges Schulsystem investieren wollen, anstatt den großen Wurf zu wagen und für Lechenich und seine Zukunft zu investieren”, ergänzt Axel Busch, Vorsitzender des Schulausschusses.