Erftstadt. Der Rat hat in seiner Sitzung am vergangenen Dienstag den Bau neuer Kindergärten in Erftstadt beschlossen. Nach dem Beschluss werden je sechs neue Kindergartengruppen in Lechenich und in Liblar errichtet. Sowohl in Lechenich als auch in Liblar sind jeweils zwei Standorte vorgesehen.

Der Rat beauftragte die Verwaltung, in Lechenich auf dem Gelände der Südschule eine neue Kindergartengruppe in Containerbauweise zu errichten. 370.000 Euro sind dafür im Haushalt vorgesehen. Ein fünfgruppiger Kindergarten soll auf einem Grundstück nördlich der Solarsiedlung errichtet werden. Dieser Beschluss fiel gegen die Stimmen der CDU-Fraktion, die ein Grundstück in Lechenich-West favorisierte. In Liblar ist ein dreigruppiger Kindergarten auf dem ehemaligen Gelände des Ville-Express geplant. Ein weiterer Kindergarten mit drei Gruppen soll auf dem Grundstück an der Musikschule am Hahnacker errichtet werden. Dort sollen gleichzeitig auch neue Wohnungen gebaut werden.

Einstimmig beschloss der Rat, die Neubauten von privaten Investoren bauen zu lassen. Dabei gibt die Stadt die Rahmenbedingungen vor, die potenziellen Investoren planen aber eigenständig. Der Vorschlag der Verwaltung, die Planungen im eigenen Hause durchzuführen und dafür rund 200.000 Euro im Haushalt bereitzustellen, lehnte der Rat einstimmig ab.

Bereits in vorangegangenen Sitzungen hatte sich der Rat dafür ausgesprochen, neue Kindergärten nicht mehr selbst zu betreiben. Das Jugendamt führt bereits Gespräche sowohl mit Verbänden als auch mit privaten Betreibern.

Schon beschlossen sind auch der Bau eines dreigruppigen Kindergartens in Kierdorf und der Ausbau des Kindergartens in Friesheim.

„Der Rat hat seine Pflicht erfüllt“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen. Trotz des zu bewältigenden Mammutprogramms der letzten Ratssitzung habe er sich ausreichend Zeit genommen, um zu einer sachgerechten Entscheidung zu kommen. Hart ins Gericht gingen die Ratsmitglieder mit der Verwaltung, die diese Vorlage wieder einmal kurz vor der Ratssitzung den Ratsmitgliedern hatte zukommen lassen. Davor geplante Beratungen im Betriebsausschuss Immobilien, im Jugendhilfeausschuss und im Haupt-, Finanz- und Personalausschuss mussten wegen einer fehlenden Vorlage der Verwaltung ausfallen. Eine dafür extra geplante Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses musste gar kurzfristig abgesetzt werden.