SPD rügt das Fehlen von Wirtschaftlichkeitsberechnungen

Schulzentrum Lechenich

Erftstadt. Als „grob fahrlässig, unverantwortlich und nicht zeitgemäß“ bezeichnet die SPD-Fraktion den Beschluss von CDU, FDP und Freien Wählern in der gemeinsamen Sitzung von Immobilien- und Schulausschuss, grünes Licht für die Sanierung des Schulkomplexes Gymnasium/Realschule im Schulzentrum Lechenich zu geben. „Der Entscheidung liegen keine Wirtschaftlichkeitsberechungen zu Grunde – weder für die drei Sanierungsvarianten, noch für die Alternative Neubau“, nennt Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen einen der wesentlichsten Gründe für das Nein der SPD-Fraktion zu dieser Entscheidung.

Der Beschluss der Mehrheit ist weder ökonomisch noch ökologisch nachvollziehbar. Bei der von der Mehrheit beschlossenen über 40 Millionen Euro teuren Variante werden zum Beispiel große Teile der Außenfassade nicht energetisch gedämmt. „Millionen von Euro für die Sanierung eines Gebäudes auszugeben, dass anschließend weiter erhebliche Mängel bei der Energiebilanz aufweist, ist schlichtweg verantwortungslos, so Bernd Bohlen. Die planenden Architekten hatten wohl auch deshalb noch eine dritte Variante mit vollständiger energetischer Sanierung vorgelegt, deren Kosten sie mit rund 45 Millionen Euro angaben. Für diese ökologisch nachhaltige Lösung haben sich CDU, FDP und Freien Wählern dann aber nicht entschieden. Bei der Entscheidung standen allein die Baukosten im Vordergrund, nicht aber die zukünftigen Bewirtschaftungskosten sowie die weiteren erforderlichen Anpassungskosten an ein modernes Schulgebäude im Vordergrund.

„Die Übersicht über die drei Varianten und deren Kosten machen noch einmal sehr deutlich, dass für eine seriöse Entscheidung alternative Kosten- und Wirtschaftlichkeitsberechnung zu einem Neubau erforderlich sind“, sagen die Sozialdemokraten. Doch eine solche Gegenüberstellung haben CDU und FDP von Anfang an mit ihrer Mehrheit verhindert. „Sie sind vor einigen Jahren mit der Vorstellung angetreten, den Schulkomplex Gymnasium/Realschule zu sanieren. Das setzen sie jetzt durch. Sie haben in all den Jahren nichts dazugelernt – weder ökologisch noch ökonomisch – und auch nicht von den Nachbarkommunen, die sich nach genauerer Berechnung explizit gegen eine Sanierung, sondern für den Neubau entschieden haben“, so die Sozialdemokraten.

Auch wenn das Ergebnis schon vorher feststand, ließ die SPD-Fraktion noch einmal über ihren Antrag abstimmen, eine exakte Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Sanierung und den Neubau zu erstellen. Mit dem erneuten Nein zu einer solchen Berechnung entließen sie nun auch die Verwaltung aus der Verantwortung, die drei Sanierungsvarianten und den alternativen Neubau wirtschaftlich unter die Lupe zu nehmen.