Die SPD-Fraktion sagt dem Schmuddelimage der Stadt den Kampf an. In einem Antrag fordert sie eine Offensive für eine saubere Stadt. „Eine saubere Stadt – das wäre eins der schönsten Geschenke, das sich die Stadt zu ihrem 50. Geburtstag selbst machen könnte“, sagt Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen.

In dem Antrag schlägt sie eine Reihe von Maßnahmen vor. Im Zentrum dieser Vorschläge stehen vor allem die Stadtreinigung, das Ordnungsamt und die Wirtschaftsförderung. Gemeinsam sollen sie das Problem angehen.

Eine wirksame Maßnahme sehen die Sozialdemokraten in der Überarbeitung des geltenden Bußgeldkatalogs, der auch wirklich abschreckt. „Seinen Unrat auf Straßen, Plätzen oder in der Natur zu entsorgen muss richtig teuer werden“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Axel Busch. Ein solcher Bußgeldkatalog hilft jedoch nur, wenn Vergehen auch geahndet werden. Dafür sollen unter anderem die Politessen eingesetzt werden. In die Diskussion bringen die Sozialdemokraten aber auch die Schaffung einer Eingreiftruppe im Ordnungsamt ein, die auch abends und am Wochenende zum Einsatz kommen soll.

Eine saubere Stadt ist ein gutes Argument für die Wirtschaftsförderung. Die kann nach Ansicht der SPD-Fraktion gemeinsam mit dem Ordnungsamt und den Unternehmen Partnerschaften initiieren, die sich um die Sauberkeit im Wirtschaftspark oder auch auf Plätzen in der Stadt kümmert. Ansprechpartner für solche Partnerschaften wären auch die vielen Fast-Food- und Imbissbetriebe, deren weggeworfene Verpackungen zu einem erheblichen Teil das Stadtbild verschandeln.

Eine saubere Stadt lässt sich letztlich aber nur erreichen, wenn die Stadt auch bereit ist, mehr Geld für die Reinigung bereitzustellen. Häufiger gereinigt oder gar per Hand gereinigt werden in dieser Stadt nur ganz ausgewählte Orte, zum Beispiel der Marktplatz in Lechenich. Andernorts zeigen sich CDU und FDP dagegen arg zugeknöpft. 5.000 Euro jährlich für eine vernünftige Reinigung des Bürgerplatzes waren CDU, FDP und auch den Freien Wählern dann zu teuer. Den Antrag der Liblarer SPD-Stadtverordneten Lisa Bohlen, Franz Schmidt, Jürgen Schreiber und Ralf Petschellies lehnten sie schlichtweg ab. Ebenso den Antrag, den Bahnhofvorplatz häufiger zu reinigen. Den Vorschlag, mehr und größere Abfalleimer (Kosten 1.300 Euro) an den Wanderwegen zur Ville und zum Liblarer See aufzustellen, fand keine Mehrheit. Dabei gibt es Frauen und Männer, die im Sommer regelmäßig den Dreck um den Liblarer See wegräumen und froh wären, sie könnten ihn dann in den Abfallgefäßen entsorgen.

Die Initiative am Liblarer See ist nur eine, die sich in Erftstadt um die Beseitigung des Drecks kümmern, den andere hinterlassen. Der aufmerksame Beobachter sieht immer wieder Erftstädter, die mit Plastiksack und Greifzange Abfälle aus Blumenbeeten oder Straßengräben entfernen. Manche machen sich allein auf den Weg, andere in der Gruppe.

Manche Initiativen rufen immer wieder zu Reinigungsaktionen auf, etwa CleanUp Erftstadt oder Robin Wood. Dass viele Erftstädter sich für die Sauberkeit ihrer Stadt einsetzen, zeigt auch die jährlich von der Stadt organisierte Aktion „Saubere Erftstadt“, an der sich viele Vereine, die Schulen und auch die Kindergärten beteiligen.

Danke sagen

„Eine saubere Stadt liegt den Erftstädterinnen und Erftstädtern am Herzen“, sagt Bernd Bohlen. „Wir setzen uns dafür ein, dass deren Engagement gewürdigt wird.“ Die Stadt soll den vielen fleißigen Frauen und Männern in einer Feierstunde Danke sagen. Für die Feier und eine kleine Anerkennung stehen auf Antrag der SPD-Fraktion 2000 Euro zur Verfügung.

„Stadtreinigung, Ordnungsamt und Wirtschaftsförderung dürfen sich aber nicht auf dem Rücken der vielen fleißigen Bürgerinnen und Bürger verlassen. Sie müssen ihrer Aufgabe gerecht werden“, so Bernd Bohlen. „Der Rat ist gefordert, die notwendigen Stellen einzurichten und die nötigen Gelder zur Reinigung bereitzustellen.“

Zu den Anträgen: