„Warum werden die Eltern nicht über umfassend über die anstehenden Sanierungsarbeiten und daraus resultierende Einschränkungen auf den Schulbetrieb nicht informiert? Hat die Verwaltung bei der Sanierung des Schulzentrums Lechenich etwa etwas zu verbergen“, fragen sich die Mitglieder der SPD-Fraktion, nachdem Bürgermeister Volker Erner ein Schreiben ihres Fraktionsvorsitzenden Bernd Bohlen vom 8. Januar 2019 bis heute nicht beantwortet hat. Darin hatte die SPD-Fraktion dem Bürgermeister eindringlich empfohlen, dass das Schulamt noch im ersten Quartal 2019 und vor den Anmeldefristen für die neuen Jahrgänge Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerschaft in einer Versammlung detailliert über die einzelnen Sanierungsmaßnahmen und die daraus resultierenden Einschränkungen für die räumliche Unterbringung und für den Unterricht informiert. In der Informationsveranstaltung sollten Schulamt und Schulleitungen vor allem auch darzustellen, wie die zu erwartenden Probleme mit entsprechend angepassten pädagogischen Konzepten gemildert werden können.

Mangelnde Offenheit schürt Unsicherheit

„Es ist schade, dass der Bürgermeister und die von ihm geführte Verwaltung nicht zu Chance nutzen, die von der Sanierungsmaßnahme betroffenen Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler umfassend zu informieren“, kritisieren Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen und Schulausschussvorsitzender Axel Busch dieses Verhalten. „Offensichtlich läuft es bei der Planung der Sanierungsmaßnahme dann doch nicht so rund, wie uns immer weisgemacht wird“, mutmaßen Bohlen und Busch. „Oder sind es die Kosten, die nun komplett aus dem Ruder laufen und das Budget der Stadt sprengen?“

Ein realistisches Konzept, wie der Schulbetrieb bei der jahrelangen Sanierung ohne große Störungen und zum Nachteil der Schülerinnen und Schüler aufrechterhalten werden kann, scheint es auch (noch) nicht zu geben. „Ansonsten hätten das Schulamt und die Schulleitungen von Gymnasium und Realschule die Chance genutzt, dieses den Betroffenen vorzustellen und für die beiden Schulen zu werben“, sagt Bernd Bohlen.

Wenig Verständnis hat sein Kollege Axel Busch dafür, dass der Bürgermeister und das Schulamt nicht offen mit dem Thema umgehen. „Offenheit und Transparenz schaffen Vertrauen“, meint Axel Busch. „Durch mangelnde Offenheit entstehen Gerüchte, die der Sache weitaus mehr schaden.“

Ein Schülerleben auf der Baustelle

Nach ersten Auskünften der Verwaltung ziehen sich die Sanierungsarbeiten im laufenden Betrieb über mehrere Jahre hin. Sie rechnet damit, dass die Arbeiten bis mindestens 2024 andauern. Das heißt fünf Jahre Unterricht bei Baulärm und Dreck in provisorisch hergerichteten Schulräumen und Baracken. Ein Schüler, eine Schülerin, der/die ab dem Schuljahr 2019/2020 in eine der Eingangsklassen von Gymnasium oder Realschule aufgenommen wird, verbringt seine Schulzeit mindestens bis zum Abschluss der Sekundarstufe 1 in einem Provisorium. „Das schreckt ab. Das schadet den beiden Schulen“, befürchten Bohlen und Busch. „Verantwortungsvoll gegenüber den Eltern, Schülern und Lehrer wäre es gewesen, ihnen jetzt reinen Wein einzuschenken!“

Neubau ist die bessere Alternative

Nach wie vor halten die Sozialdemokraten einen Neubau für die bessere Lösung. Der könnte nicht nur weitgehend ohne Einschränkungen für den Schulbetrieb errichtet werden, sondern würde aus schulpädagogischer und architektonischer Sicht viel mehr Möglichkeiten bieten.

Sanierung Schulzentrum Lechenich: Warum werden die Eltern nicht informiert?