Die neue Entsorgungsfirma bereitet den Abtransport der asbesthaltigen Materialen unter Zelten vor. Sie hält offenbar höhere Sicherheitsvorkehrungen für erforderlich

Die Räumung des Geländes des ehemaligen Ville-Express nimmt nach Ansicht der SPD-Fraktion immer groteskere Formen an. „Erst hat die Verwaltung geduldet, dass der ehemalige Pächter aus dem Gelände einen Müllplatz machte und dann die Räumung immer wieder verschleppt und verzögert“, kritisiert Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen. „Dabei hat sie das vorhandene Gefahrenpotential falsch eingeschätzt oder schlichtweg geleugnet.“ Die Anlieger fühlen sich mittlerweile zu Recht im Stich gelassen, wie auch der Kölner Stadt-Anzeiger am 4. Januar 2019 berichtete.

Das Spezialunternehmen, das erst nach mehreren Räumungsversuchen mit dem Abtransport des asbestverseuchten Materials beauftragt wurde, geht offenbar keine weiteren Risiken ein. Die Vorarbeiten zum Abtransport erfolgen unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Fragen, zu dem bisher doch eher sorglosen Umgang der Verwaltung mit dem Problem sind von daher nicht nur gerechtfertigt, sondern müssen auch dringend beantwortet werden. „Die Öffentlichkeit hat ein Anrecht darauf zu erfahren, was es mit dem Asbest in dem übriggebliebenen Waggon auf sich hat, welche Gefahren davon ausgegangen sind und noch ausgehen. „Da auf dem Gelände ein Kindergarten errichtet werden soll, ist zwingend zu untersuchen, ob der Boden Schadstoffe enthält“, erklärt Bernd Bohlen.

Schon die erste Entsorgungsfirma hatte den abgebrannten Waggon wegen der asbesthltigen Materialien in Folie eingepackt

Die SPD-Fraktion hat einen neuen Fragenkatalog erstellt und erwartet darauf ganz konkrete Antworten. „Die Verwaltung ist dem Rat und der Öffentlichkeit eine ganze Reihe von Erklärungen schuldig. Sie muss nun, alle Fakten auf den Tisch zu legen, um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen“, fordert Bernd Bohlen.

Außer Fragen zum Gefährdungspotential und zu Lösungsvorschlägen will die SPD-Fraktion auch wissen, warum die Verwaltung darauf verzichtete, dass der Pächter das Gelände im geräumten Zustand übergibt. In diesem Zusammenhang stellt die Fraktion auch die Frage, warum der Pächter die Lok und verschiedene Waggons verkaufen konnte und zum Schluss nur noch ein asbesthaltiger Waggon übrigblieb, dessen Entsorgung nun die Stadt und die Kosten damit der Steuerzahler übernehmen muss.

Trotz ihres desolaten Zustandes fanden acht von neun Waggons noch einen Abnehmer. Nur der Problemwaggon gehörte plötzlich der Stadt

Und schließlich geht es in der Anfrage auch um die Höhe der Kosten, die bisher entstanden sind und zukünftig noch entstehen werden. Antwort erwartet die Fraktion auch auf die Frage, wie sich das gesamte Verfahren auf die Planung des dreigruppigen Kindergartens auswirkt.

Die SPD-Fraktion fordert außerdem, dass die Verwaltung im zuständigen Fachausschuss einen ausführlichen schriftlichen Bericht vorlegt.

Zu unserer Anfrage