Die sanierte Realschule in Liblar

Der Bereich Schulen/Bildung stand bei den Haushaltsplanberatungen der SPD-Fraktion unter dem Motto „Erftstädter Schulen fit für die Zukunft machen“. Die Erftstädter Schulen und das Schulangebot fit für die Zukunft zu machen, ist vor allem eine Herausforderung für den Schulträger. Während die Lehrerinnen und Lehrer regelmäßig ihre pädagogischen Konzepte an neue Anforderungen und Lehrmethoden anpassen, hinkt die Stadt als Schulträger bei der Sanierung und der Einführung neuer Schulformen hinterher.

Entwicklungsperspektiven festlegen

Ein Symposium, für das im Haushalt 10.000 Euro eingesetzt werden sollen, soll helfen, die Erftstädter Schulen besser an die aktuellen Anforderungen anzupassen und auf die zukünftigen Herausforderungen vorzubereiten (zum Antrag Durchführung Symposium „Zukunftsperspektiven der Erftstädter Schulen“). Wie zuletzt im Bereich des Sports und im Januar 2019 im Bereich Stadtentwicklung/Wohnen sollen auch zum Thema Schulen Experten eingeladen werden, um gemeinsam mit Schulvertretern und Politik über zukünftige Entwicklungsperspektiven im Schulbereich zu diskutieren.

In die gleiche Richtung geht der Antrag, die Ausstattung der Kitas, der Grund- und weiterführen Schulen für den Bereich der naturwissenschaftlich-technischen Bildung zu verbessern. Ziel dabei ist es, Kinder vom Kindergartenalter an für die Themen der so genannten MINT-Fächer zu interessieren (zum Antrag Förderung der naturwissenschaftlich-technischen Bildung). Die bessere Ausstattung der Schulen mit W-LAN in diesem und kommendem Jahr geht nicht zuletzt auf eine Initiative der SPD-Fraktion zurück.

Fortschreibung Schulentwicklungsplan jetzt

Die SPD-Fraktion will die alle fünf Jahre erforderliche Fortschreibung des Schulentwicklungsplans im nächsten Jahr in die Wege leiten (zum Antrag Fortscheibung Schulentwicklungsplan). Dazu gehört eine detaillierte Befragung der Eltern der Schülerinnen und Schüler der Grundschulklassen, welches Schulangebot ihren Bedürfnissen entspricht. Die Kosten für die Befragung sollen im Haushaltsplan 2019 eingestellt werden. Dass über 800 Schülerinnen und Schüler (das entspricht einer Auspendlerquote von gut 25 Prozent) weiterführende Schulen in Nachbarstädten besuchen, müsste für alle Schulpolitiker ein alarmierendes Zeichen sein. Diese hohe Zahl lässt nur den Schluss zu, dass das Schulangebot in Erftstadt im Bereich der weiterführenden Schulen nicht den Wünschen und Anforderungen der Eltern entspricht.

Grundschule: OGATA verbessern und gebundenen Ganztag anbieten

Wieder neu in die Diskussion einbringen werden die Sozialdemokraten ihre Vorstellung von einem gebundenen Ganztag an einer Grundschule in Erftstadt (zum Antrag: Pilotprojekt gebundener Ganztag an einer Grundschule in Erftstadt). Erste Ansätze dafür gab es in der Vergangenheit an der Grundschule in Erp. Dafür sollen Mittel im Haushalt eingesetzt werden.

Das Prinzip der Offenen Ganztagsschule (OGATA) soll weiter an die offensichtlich steigende Nachfrage angepasst werden (zum Antrag: Optimierung „Offener Ganztag“ an den Grundschulen in Erftstadt) . Die erste Initiative dazu hatte die SPD-Fraktion im Jahr 2013 mit einer Befragung der Eltern der Grundschulkinder zum offenen Ganztagsangebot initiiert. Die Befragung führte im Ergebnis dazu, dass der Bereich des offenen Ganztags in Gymnich, wie auch in Erp und Bliesheim, mit erheblichen finanziellen Mitteln ausgebaut und optimiert wurde. Aktuell gibt es Beschwerden über die Raumsituation des offenen Ganztags an der Nordschule in Lechenich.

Schulzentrum Lechenich: Neubau statt Sanierung

Schulzentrum Lechenich

Nicht mittragen wird die SPD-Fraktion auch zukünftig die Sanierung des Schulzentrums in Lechenich. Nach wie vor liegt keine aktualisierte Kostenschätzung hinsichtlich der Sanierung von Gymnasium und Realschule vor. „Begleitkosten“, wie etwa die Verlegung der Leichtathletikanlagen des alten Sportplatzes auf den neuen oder die Schaffung neuer Bushaltestellen am Kölner Ring, die Sanierung des Schulschwimmbeckens und vieles andere, sind nicht in der bisherigen Kostenschätzung in Höhe von rund 25 Millionen Euro enthalten. Die vorliegende Kostenschätzung ist im Übrigen mehrere Jahre alt. Seitdem sind die Baupreise (Arbeitslöhne/Material etc.) explodiert. Die Schadstoffuntersuchungen sind längst noch nicht abgeschlossen. Die Sanierung im Betrieb verschlingt hohe Summen für den Kauf oder die Miete von Containern, für Umzüge und sonstige erforderliche Logistik. Seriöse Schätzungen – auch in der Verwaltung – gehen bereits von Kosten in Höhe von mindestens 35 bis 40 Millionen Euro aus. Schon jetzt wird ersichtlich, dass die Verwaltung das Sanierungskonzept aus Kostengründen abspeckt.

Die Sanierungsmaßnahmen sollen sich über einen Zeitraum von fünf Jahren erstrecken. Das heißt fünf Jahre Dreck und Lärm für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Lehrer von Gymnasium und Realschule. Zu befürchten ist, dass Lehrer sich wegbewerben und die Anmeldezahlen für das Schulzentrum drastisch sinken. Die SPD-Fraktion hatte in der Vergangenheit mehrfach gefordert, eine detaillierte Kostenschätzung für einen entsprechenden Neubau vorzulegen. Im erneuten Antrag zum Haushalt fordert die SPD-Fraktion, bis zur Vorlage aussagekräftiger Kostenschätzungen alle Arbeitsschritte im Zusammenhang mit der Sanierung des Schulzentrums auszusetzen (zum Antrag Gegenüberstellung Kosten Sanierung contra Neubau des Schulzentrums Lechenich).