Die SPD-Fraktion hat klare Vorstellungen, wie die Entwicklung in Lechenich Nord/West weitergehen soll. Der Rat der Stadt Erftstadt hat in den vergangenen Monaten die Richtung für die weitere städtebauliche Entwicklung in Lechenich-Nord vorgegeben. Danach ergibt sich folgender Stand:

Auf der stadteigenen Fläche nördlich der Solarsiedlung entstehen in naher Zukunft drei Mehrfamilienhäuser mit je zwölf Wohnungen. Die insgesamt 36 Wohnungen werden im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus gebaut. Das Planungskonzept sieht hier vor, drei fünfeckige Gebäude zu bauen. Die einzelnen Wohnungen sind durch ein Treppenhaus in der Mitte auf drei Etagen erschlossen. Das Architekturbüro hat den Auftrag zur weiteren Planung erhalten. Bauherr ist die Stadt.

In direkter Nachbarschaft zu diesen drei Mehrfamilienhäusern wird ein sechsgruppiger Kindergarten entstehen. Colonia Kids wird den Kindergarten nach den Vorschriften des Landschaftsverbandes erbauen. Das Grundstück ist an den Investor verkauft. Träger der Einrichtung sollte die Caritas werden, die jedoch nach dem Beschluss des Rates, statt eines fünf- nun einen sechsgruppigen Kindergarten zu bauen, höhere finanzielle Forderungen stellten. Das macht nun eine neue Trägerausschreibung erforderlich, die der Jugendhilfeauschuss einstimmig beschlossen hat.

Die drei Wohngebäude und der Kindergarten werden über die Straße Zur Alten Burg erschlossen. Es handelt sich dabei sowohl um eine Wohnsammelstraße für das jetzige Wohngebiet als auch für die weiter nördlich anschließenden Wohngebiete. Die Straße Zur Alten Burg verträgt laut Verkehrsgutachten und der Ausbauplanung eine tägliche Verkehrsbelastung von rund 2.000 bis 4.000 Kraftfahrzeugen. Dieser Wert wird bei weitem nicht erreicht. Derzeit liegt das Verkehrsaufkommen in dieser Straße bei rund 400 bis 500 Kraftfahrzeugen. Durch den Bau der drei Mehrfamilienhäuser und des Kindergartens wird sich das Verkehrsaufkommen um rund 150 bis 200 Fahrzeuge pro Tag erhöhen. Von daher besteht absolut keine Notwendigkeit, diese geplanten Gebäude durch eine neue Straße erschließen zu lassen. Der Bau von kostspieligen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung ist aufgrund dieser Zahlen ebenfalls nicht zwingend erforderlich. Es besteht auch keine Notwendigkeit, für den Bau des Kindergartens und der drei Mehrfamilienhäuser eine teure Baustraße einzurichten.

Weitere Flächen im Bereich von Lechenich-Nord/West ließen sich bei einer Verlängerung des Kölner Rings erschließen. Die Stadtverwaltung prüft aufgrund eines Beschlusses des Stadtentwicklungsausschusses derzeit, ob die Verlängerung des Kölner Rings machbar ist. FDP, Grüne und SPD sehen darin die Chance, in Lechenich-Nord/West weitere interessante Wohnbaugebiete zu erschließen. Grundsätzlich ist darüber nachzudenken, ob die Verlängerung des Kölner Rings weiter im Westen von Lechenich bis zur Herriger Straße verlaufen kann, um dort die bereits im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Wohnflächen zu erschließen. Erst wenn die Verlängerung des Kölner Rings machbar ist, ist auch eine weitere Erschließung der Flächen im Norden und Westen von Flächen möglich. Vorausschauend hat der Betriebsausschuss Immobilien auf Vorschlag der Verwaltung in seiner letzten Sitzung den Tausch/Kauf eines für die Verlängerung des Kölner Rings maßgeblichen Grundstücks beschlossen.

Erftstadt, 27.06.2018

gez. Bernd Bohlen, Fraktionsvorsitzender