Die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen setzen sich dafür ein, dass in Zukunft in Erftstadt keine chemisch-synthetischen Pestizide mehr eingesetzt werden. In einem gemeinsamen Antrag schlagen sie unter anderem vor, dass von der Stadt beauftragte Unternehmen zur Pflege von Grünanlagen, Spielplätzen, Friedhöfen usw. per Auftragsvergabe verpflichtet werden, auf chemisch-synthetische Pestizide zu verzichten. Das Gleiche wollen sie auch gegenüber Landwirten durchsetzen, die Pachtverträge für städtische Grundstücke abgeschlossen haben. Die Fraktionen legen auch Wert darauf, dass die Stadt bienen- und insektenfreundliche Flächen und Projekte auf den Weg bringt.

Der Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide in öffentlichen Parks, auf Sport- und Spielplätzen, in städtischen Grünanlagen und auf Friedhöfen gefährdet nach Ansicht der beiden Fraktionen vor allem die Gesundheit von Kindern und Schwangeren. Auch Haustiere wie Hunde und Katzen seien den Stoffen schutzlos ausgeliefert, heißt es unter anderem in der Begründung des von den beiden Fraktionsvorsitzenden Bernd Bohlen (SPD) und Marion Sand (Bündnis 90/Die Grünen) auf den Weg gebrachten Antrags. Einig sind sich die beiden Fraktionen auch darin, dass der Einsatz von diesen Pestiziden vielen Tier- und Pflanzenarten zum Verhängnis wird. Nicht nur die unerwünschten Wildkräuter und Insekten würden beseitigt, sondern auch Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlinge und Fledermäuse.

Als sogenannte Bestäuber sind gerade Bienen für den Erhalt einer großen Pflanzenvielfalt und sichere Erträge in der Landwirtschaft notwendig. Bohlen und Sand erinnern daran, dass von den fast 600 Wildbienenarten in Deutschland rund die Hälfte auf der roten Liste steht.

Laut BUND sind über 50 Städte bundesweit bereits ganz oder teilweise pestizidfrei.

Gleichzeitig fordern SPD und Grüne, dass die Stadt bienen- und insektenfreundliche Blühflächen oder Projekte initiiert. Ebenfalls soll die Stadt die Bürgerinnen und Bürger verstärkt über die Bedeutung von Biodiversität in der Stadt informieren und ihnen auch Möglichkeiten zum Schutz von Bienen und Wildbienen sowie giftfreie Maßnahmen beim Gärtnern aufzeigen.

Gemeinsame Presseerklärung der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen