Die von CDU und FDP im Stadtentwicklungsausschuss beschlossene Ansiedung eines Lebensmittelmarktes am Ortstrand von Friesheim und deren angekündigte Ablehnung einer Bebauung des Grundstückes gegenüber der Weißen Burg wirft die weitere Entwicklung Friesheims weit zurück. „Mit dem Standort Friedhof haben CDU und FDP sich ohne Not für die zweitbeste und damit schlechtere Lösung entschieden. Der Verzicht auf eine generelle Bebauung des Grundstückes gegenüber der Weißen Burg bedeutet das Aus für die Sanierung der Weißen Burg“, kritisiert Ortsbügermeisterin Claudia Siebolds das Verhalten von CDU und FDP.

Nur zweitbeste und damit schlechtere Lösung

Das Einzelhandelsgutachten weist das Grundstück gegenüber der Weißen Burg als idealen Standort für die Neuansiedlung eines Lebensmittelmarktes aus. „Für mehr als zwei Drittel der Friesheimer liegt er in fußläufiger Entfernung von rund 700 Metern“, sagt Claudia Siebolds. Dieser Standort sei in die Ortsmitte von Friesheim integriert. Der Markt sei außerdem schnell zu realisieren. Aufwendige Genehmigungsverfahren in Absprache mit der Bezirksregierung seien im Gegensatz zum Standort am Friedhof nicht nötig. „Die Auswirkungen sind fatal“, sagt die Ortbürgermeisterin.

Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen, der auch Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung ist, glaubt nicht, dass es zu einer schnellen  Genehmigung kommt. Für die Ansiedlung eines 1600 Quadratmeter großen Marktes müsse ein Sondergebiet ausgewiesen werden. Die Bezirksregierung habe in der Vergangenheit neue großflächige Märkte an den Ortsrändern abgelehnt. Ausnahmen seien meist nur dann gemacht worden, wenn es innerorts keine Möglichkeiten gegeben habe. „Die gibt es in Friesheim aber!“ Noch schwieriger wird es, wenn – wie die CDU in der Presse ankündigte – sie dort zusätzlich einen Drogeriemarkt ansiedeln will und so dort ein „Nahversorgungsschwerpunkt für die südliche Erftstadt“ (so CDU) entsteht. „Eine Umsetzung dieser Pläne bedeut letztendlich das Aus für die noch vorhandenen Einzelhändler in Friesheim und zum Teil auch der angrenzenden Stadtteile“, so Bohlen.

Aus für Weiße Burg

„Die Sanierung der Weißen Burg steht vor dem Aus, wenn der Investor nicht gleichzeitig die Chance erhält, das Grundstück gegenüber baulich zu nutzen“, befürchtet Claudia Siebolds. Verwaltung und Rat hätten von Anfang an signalisiert, auf diesem Grundstück Baurechte zu schaffen. Der Investor habe gleichzeitig immer wieder deutlich gemacht, dass eine Sanierung der Weißen Burg nur dann finanzierbar sei, wenn er auch das Grundstück gegenüber nutzen könne.

„Mit ihren Beschlüssen und Absichtserklärungen machen CDU und FDP alle Bemühungen für eine sinnvolle und nachhaltige Weiterentwicklung Friesheims unmöglich“, so Claudia Siebolds abschließend.