Schulzentrum Liblar schneidet gut ab

Die Attraktivität der beiden Schulzentren in Erftstadt weicht stark voneinander ab. Während das Schulzentrum in Liblar aus den unterschiedlichsten Gründen sehr attraktiv für die Eltern und Schülerinnen und Schüler in seinem Einzugsgebiet ist, sind die Werte für das Schulzentrum in Lechenich nur mäßig. Das geht aus den Anmeldezahlen für das Schuljahr 2017/2018 hervor, die die SPD-Fraktion jetzt im zweiten Jahr hintereinander untersuchte (siehe Grafik).

Die nüchternen Zahlen: Das Schulzentrum Liblar bindet aus seinem Einzugsbereich 84,9 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die zum Gymnasium oder zur Realschule wechseln. Es bindet sogar 91 Prozent (Vorjahr 84,2 Prozent) der Schülerinnen und Schüler, die zum Gymnasium wechseln, und 85,1 Prozent (Vorjahr 80,5 Prozent) der Schülerinnen und Schüler mit einer Gymnasialempfehlung. Das Schulzentrum Lechenich ist dagegen nur für 69,7 Prozent der Schülerinnen und Schüler aus seinem Einzugsbereich, die zum Gymnasium oder zur Realschule wechseln, attraktiv. Es bindet nur 58,4 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die zum Gymnasium wechseln. Noch schlimmer: Nur 48,4 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit einer Gymnasialempfehlung aus dem Einzugsbereich des Schulzentrums Lechenich sind zu Beginn des Schuljahres 2017/2018 zum Gymnasium Lechenich gewechselt. Im Klartext: Weniger als die Hälfte derjenigen mit Gymnasialempfehlung entscheidet sich für diese Schule.

„Die Zahlen für das Schuljahr 2017/2018 bestätigen unsere Befürchtung, dass das Gymnasium in Lechenich immer mehr unter Druck gerät und schweren Zeiten entgegengeht“, kommentieren Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen und sein Stellvertreter Axel Busch, der auch Vorsitzender des Schulausschusses ist, das Ergebnis der Analyse. Dies bestätigt auch ein Blick in den aktuellen Schulentwicklungsplan:  Das Gymnasium in Lechenich  hat gegenüber der Prognose im aktuellen Schulentwicklungsplan 31 Schülerinnen und Schüler weniger, während es am Gymnasium in Liblar 30 mehr sind.

Zahl der abwandernden Schülerinnen und Schüler steigt weiter

Bei insgesamt zurückgehenden Zahlen bei den Schülerinnen und Schülern an weiterführenden Schulen steigt die Zahl derer, die eine Schule in Nachbarstädten besuchen weiter an. Von den 3.361 Erftstädter Schülerinnen und Schülern (Vorjahr 3.435) an weiterführenden Schulen bleiben lediglich 2.378 (Vorjahr 2.490) auf Schulen in der Stadt. 983 (Vorjahr 945) wandern zu auswärtigen Schulen ab. Das sind 29,2 Prozent, im Vorjahr waren es knapp 28 Prozent. Zum Vergleich: Im Schuljahr 2000/2001 betrug der Anteil der abwandernden Schülerinnen und Schüler lediglich rund 10 Prozent, im Schuljahr 2008/2009 waren bereits rund 20 Prozent. Von den abgewanderten Schülerinnen und Schülern besuchen 48 Prozent eine Gesamtschule (Vorjahr knapp 40 Prozent). Das kann angesichts des Fehlens dieser Schulform in Erftstadt nicht überraschen. Über 40 Prozent der abgewanderten Schüler besuchen ein auswärtiges Gymnasium. Die wesentliche Ursache dafür ist die geringe Bindungskraft des Gymnasiums in Lechenich.

„Das ist eine Abstimmung mit den Füßen“, sind sich Bohlen und Busch einig. „Es ist ein Armutszeugnis für die Erftstädter Schulpolitik von Bürgermeister, CDU und FDP, dass unser Angebot immer weniger dem Bedarf  der Eltern und ihrer schulpflichtigen Kinder entspricht.“ Die Erstellung eines neuen Schulentwicklungsplanes, der den tatsächlichen Bedarf auf Basis aktueller Zahlen widerspiegelt, ist längst überfällig. Ein „Weiter so“ darf es nicht geben.