Lechenich. Die Sanierung des Schulzentrums in Lechenich ist teuer, langwierig und belastend. „Wir Sozialdemokraten können einfach nicht nachvollziehen, warum Rat und Verwaltung an dem Vorhaben festhalten und nicht bereit sind, über andere Lösungen nachzudenken“, erklären Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen und sein Stellvertreter Axel Busch, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Schulausschusses ist. Die aufgrund des Sanierungskonzepts notwendigen Eingriffe sind so umfangreich, dass ein störungsfreier Schulbetrieb auf Jahre nicht möglich sein wird.

Teuer

Die Kostenschätzung in Höhe von 24 Mio. Euro beruht auf längst veraltete Zahlen. Bau- und Materialkosten sind in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Intern rechnet die Verwaltung längst mit Kosten von weit über 30 Mio. Euro. Außerdem steht bis heute nicht fest, ob in dem Gebäude schadstoffbelastete Materialien verwendet wurden, die im Rahmen der Sanierung entsorgt und auf die bereits geplanten Kosten noch aufgeschlagen werden müssen.

Langwierig

Der zeitliche Ablauf der Sanierungsmaßnahmen lässt sich nur vage vorausberechnen. Nicht alle Bauschritte lassen sich perfekt vorausplanen. Vor allem dann, wenn unerwartete Probleme auftauchen, müssen neue Lösungen gesucht werden. Noch schwieriger ist es, dass die geplante Sanierung bei laufendem Schulbetrieb von Gymnasium und Realschule durchgeführt wird.

Belastend

Die Sanierung im Schulbetrieb wird sich nachhaltig auf die Arbeit der Lehrerschaft, vor allem aber auf das Lernen der Schülerinnen und Schüler auswirken. Baulärm und viel Dreck werden Dauerbegleiter im Schaulalltag über Jahre hinweg sein. Häufige Umzüge der Klassenverbände auch. Schon heute ist sicher, dass aufgrund des hohen Eingriffs in die Substanz ein Teil der Schülerinnen und Schüler in auf dem Schulgelände aufgestellten Containern unterrichtet werden muss. In der Verwaltung denkt man auch darüber nach, ganze Jahrgänge für ein Schuljahr oder länger in das freistehende Schulgebäude in Friesheim auszugliedern.

„Die Sanierung ist bis heute nicht ordentlich finanziert, sie wird über Jahre – wir rechnen mit mindestens fünf Jahren – dauern. Das ist mehr als ein halbes Schülerleben“, so Bohlen und Busch. „Wir befürchten, dass dies viele Eltern davon abhält, ihr Kind in den beiden weiterführenden Schulen im Schulzentrum Lechenich anzumelden.“

Die Alternative

Die SPD-Fraktion hat sich wegen der zu erwartenden Schwierigkeiten bei einer Sanierung von Anfang an für einen Neubau ausgesprochen. Ein Neubau auf dem alten Sportplatz tangiert den Schulbetrieb nur am Rande. Ein Neubau garantiert, dass das Raumprogramm perfekt neuen Schulkonzepten entspricht. Ein Neubau wertet das Quartier städtebaulich insgesamt auf. Ein Neubau hätte vielleicht auch an einem anderen verkehrsgünstigeren Standort in Lechenich errichtet werden können. Das wurde nie geprüft.