Die SPD-Fraktion bedauert, dass auch vier Jahre nach der positiven Bedarfsumfrage für eine Gesamtschule in Erftstadt Eltern ihre Kinder auf auswärtigen Gesamtschulen anmelden müssen. Und auch für die kommenden Schuljahrgänge können die Sozialdemokraten keine Verbesserung versprechen. „Es ist ein Armutszeugnis für eine Stadt mit 50.000 Einwohnern, dass sie 20 bis 25 Prozent der Eltern die von ihnen gewünschte Schulform nicht anbieten kann“, sagt der Vorsitzende des Schulausschusses, Axel Busch. Eltern, die ihre Kinder auf eine der benachbarten Gesamtschulen anmelden wollen, müssten jetzt schnell handeln, rät Axel Busch. Die Anmeldefrist läuft noch bis zum 9. Februar. Die vorgezogenen Anmeldefristen für die Gesamtschulen seien der hohen Nachfrage geschuldet. Eltern, deren Kind aufgrund von zu wenigen Plätzen nicht angenommen würde, hätten so die Chance, ihr Kind noch an einer anderen weiterführenden Schule anzumelden.

Die SPD-Fraktion befürchtet, dass aufgrund der hohen Nachfrage wieder viele Bewerber an den benachbarten Gesamtschulen abgewiesen werden. Axel Busch empfiehlt dennoch allen Eltern, die ihr Kind auf eine Gesamtschule schicken wollten, die Anmeldefristen in Weilerswist, Brühl, Kerpen und Hürth zu nutzen.

Dass es in Erftstadt auch vier Jahre nach dem Elternvotum keine Gesamtschule gibt, ist vor allem dem Versagen und Zickzack-Kurs des derzeitigen Bürgermeisters und ehemaligen Schuldezernenten, Volker Erner, zuzuschreiben. Erner, der die Elternumfrage einst als Auftrag zur Einrichtung einer Gesamtschule in Erftstadt bezeichnete, versucht nach dem gescheiterten Bürgerbegehren zum Erhalt aller weiterführenden Schulen in Erftstadt, alle Entscheidungen über die Errichtung einer Gesamtschule in Erftstadt durch zum Teil fragwürdige Vorschläge und Nichthandeln zu verhindern. Auch auf eine von der Gemeinde Weilerswist angebotene Kooperation an der Gesamtschule hat er bis heute nicht reagiert. Um Licht ins Dunkle zu bekommen, hat die SPD-Fraktion schon vor Wochen den Bürgermeister im Rahmen eines Antrages gebeten, über den aktuellen Stand der Verhandlungen mit Weilerswist zu berichten. Dieser wird leider erst am 22. Februar im kommenden Schulausschuss behandelt.