SPD, FDP und Grüne haben sich gestern eindeutig dafür ausgesprochen, die Flächen des Barbarahofes als potenzielle Gewerbefläche in die weitere Diskussion über den neuen Gebietsentwicklungsplan einzubringen. Damit eröffnet sich die Chance, auf dem Gelände des Barbarahofes zwischen Knapsack und Kierdorf ein interkommunales Gewerbegebiet zu schaffen. Bisher scheiterten Diskussionen darüber, dass CDU und Grüne diese Pläne strikt ablehnten.

SPD, FDP und Grüne haben nun gemeinsam einen Weg vorgeschlagen, den Dialog über das vorgeschlagene Gewerbe- und Industriegebiet im Bereich des Barbarahofes fortzuführen. Die drei Fraktionen machten in einem gemeinsamen Antrag deutlich, dass sie Einfluss darauf nehmen wollen, welche Betriebe in diesem Gebiet angesiedelt werden können. Geprüft werden muss im weiteren Verlauf der Diskussion auch Verkehrsaufkommen, Umweltverträglichkeit und die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr.

Klargestellt haben die drei Fraktionen auch noch einmal, dass die Reservefläche für die May-Werke in einer Größenordnung von knapp zehn Hektar davon abhängig gemacht wird, dass eine Anbindung der May-Werke zukünftig ohne Belastung der Ortsteile Köttingen, Kierdorf und Blessem erfolgen muss.

Einstimmig waren die Beschlüsse zu den Erweiterungsflächen in Friesheim (rund zehn Hektar) und am Wirtschaftspark. Dort sollen sowohl südlich als auch nördlich zusätzliche Flächen ausgewiesen werden. Bereits im Ausschuss beschlossen wurde, dass südwestlich für die Erweiterung von DPD eine Änderung des Flächennutzungsplans in Angriff genommen wird.

Im nordöstlichen Bereich des Wirtschaftsparks greifen die neuen Flächen in einen Bereich über, der im bestehenden Flächennutzungsplan als Grünzug zwischen Lechenich und Liblar vorgesehen war. Die Unterbrechung des Grünzugs ist eine Abweichung von den bisherigen Planungszielen, so dass die SPD-Fraktion die Verwaltung aufforderte, diesen Bereich noch einmal unter städtebaulichen Aspekten näher zu beleuchten.

„Dass es nun dem Rat der Stadt Erftstadt eine Mehrheit dafür gibt, die Flächen am Barbarahof als potenzielle Entwicklungsflächen für das Gewerbe auszuweisen, macht deutlich, dass der Rat an einer weiteren Gewerbeentwicklung in Erftstadt interessiert ist“, sagt der Vorsitzende des Ausschusses, Bernd Bohlen. Das bisherige rigorose Nein zu den Flächen am Barbarahof sei auf völliges Unverständnis der Nachbarkommunen und der Wirtschaftsförderung im Rhein-Erft-Kreis gestoßen. „Wir hoffen jedoch, dass die CDU ihre bisherige rigorose Ablehnung der Flächen am Barbarahof bis zur endgültigen Entscheidung im Rat überdenkt“, so Bohlen. SPD, FDP und Grüne hätten die CDU eingeladen, den Antrag gemeinsam einzubringen. Das sei leider abgelehnt worden. Die Freien Wähler stimmten dem Antrag im Übrigen zu.

Ein gemeinsames Vorgehen, wie zum Beispiel bei der Verabschiedung des Haushaltes, wäre ein deutliches Signal an die Erftstädter Bürgerinnen und Bürger und an die Nachbarkommunen gewesen, dass der Rat der Stadt Erftstadt bei wichtigen Entscheidungen an einem Strang zieht.