Erftstadt. Die SPD-Fraktion erwartet noch vor der Landtagswahl eine Zusage über die Förderung des zweiten Bauabschnitts des Bahnhofs in Liblar durch Landesregierung und Nahverkehrsverbund Rheinland (NVR). „Wir können uns nicht vorstellen, dass Landesregierung und Nahverkehrsverbund die Pendler in Erftstadt im Regen stehen lassen“, begründet Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen die Ansicht seiner Fraktion. Da am 14. Mai der Landtag gewählt werde, erwarte seine Fraktion die Zusage in den nächsten Tagen.

Der Förderung des zweiten Bauabschnitts stehe bereits seit Mitte letzten Jahres nichts mehr im Wege. Mitte Juni vergangenen Jahres hätten sich Bund und Länder über die vom Bund zu zahlenden Regionalisierungsmittel in Höhe von 8,2 Milliarden Euro geeinigt. Der Nahverkehrsverbund Rheinland und die Landesregierung hätten immer wieder erklärt, dass eine Förderung des zweiten Bauabschnitts davon abhängig sei, dass der Bund die Regionalisierungsmittel auf über 8 Milliarden Euro aufstocke. Die Forderung sei seit gut zehn Monaten erfüllt.

Im zweiten Bauabschnitt sollen unter anderem die marode Zuwegung von der Bahnhofstraße zum Bahnhof neu gebaut, die Parkplätze befestigt und am Zugang zum Bahnhof vom Schlunckweg aus ein Kreisverkehr errichtet werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 3 Millionen Euro. Zuschüsse erwartet die Stadt von weit über 2 Millionen Euro.

Das im Zuge der Bahnreform im Jahr 1996 in Kraft getretene Gesetz zur Regionalisierung des öffentlichen Personennahverkehrs beinhaltet, dass die Verantwortung für den Schienenpersonennahverkehr vom Bund auf die Bundesländer übertragen wird. Zur Erfüllung dieser Aufgabe erhalten die Länder vom Bund so genannte Regionalisierungsmittel. Die lagen zuletzt bei 7,3 Milliarden Euro im Jahr und sind jetzt auf über 8 Milliarden Euro aufgestockt worden. „Über den Einsatz der Mittel entscheiden die Länder eigenverantwortlich“, so Bohlen.

„Rat und Verwaltung haben in Erftstadt alles getan, damit die Bauarbeiten am Bahnhof in Liblar zügig weitergehen können“, betont Bohlen. Der erste Bauabschnitt sei in wenigen Wochen komplett fertiggestellt. Die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt könnten dann nahtlos fortgesetzt werden.