SPD will Schulangebot in Erftstadt deutlich verbessern

Erftstadt. Das Angebot der weiterführenden Schulen in der Stadt Erftstadt hat in den letzten Jahren weiter an Attraktivität verloren. Während Nachbarkommunen ihre Angebote an die heutigen Anforderungen und Herausforderungen angepasst haben, ist in Erftstadt vieles beim Alten geblieben. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die Schulen außerhalb Erftstadts besuchen, steigt stetig an. „Das Erftstädter Angebot passt immer weniger zur Nachfrage“, sagen Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen und sein Stellvertreter Axel Busch, der auch Vorsitzender des Schulausschusses ist.

Derzeit sind von 3.435 Erftstädter Schülerinnen und Schülern an weiterführenden Schulen lediglich 2.490 auf Schulen in der Stadt. 945 wandern zu auswärtigen Schulen ab. Das sind knapp 28 %. Im Schuljahr 2000/2001 waren es lediglich rund 10 %, im Schuljahr 2008/2009 bereits rund 20 %. Von den abgewanderten Schülerinnen und Schülern besuchen 40 % eine Gesamtschule. Das kann angesichts des Fehlens dieser Schulform in Erftstadt nicht überraschen. Knapp 39 % der abgewanderten Schüler besuchen ein auswärtiges Gymnasium, obwohl es zwei Gymnasien in der Stadt gibt. Das ist mehr als auffallend.

Dieser Trend verstärkt sich. Zu Beginn des Schuljahres 2016/2017 wechselten 34,8 % der Erftstädter Schülerinnen und Schüler von der Grundschule zu einer weiterführenden Schule außerhalb der Stadt. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die zu einem auswärtigen Gymnasium wechselten, betrug bereits 44,9 %.

Diese Fakten provozierten die Sozialdemokraten, der Frage nachzugehen: Wie attraktiv sind unsere Schulzentren? Dabei stellte sich heraus (siehe auch Grafik im Anhang): Die Attraktivität des Schulzentrums in Lechenich ist deutlich geringer als die des Schulzentrums in Liblar. So bindet das Schulzentrum Liblar aus seinem Einzugsbereich 88,3 % der Schülerinnen und Schüler, die zum Gymnasium und zur Realschule wechseln. Es bindet 84,2 % der Schülerinnen und Schüler, die zum Gymnasium wechseln, und 80,6 % der Schülerinnen und Schüler mit einer Gymnasialempfehlung. Das Schulzentrum Lechenich ist nur für 69,4 % der Schülerinnen und Schüler aus seinem Einzugsbereich, die zum Gymnasium und zur Realschule wechseln, attraktiv. Es bindet nur 50,5 % der Schülerinnen und Schüler, die zum Gymnasium wechseln. Noch schlimmer: Nur 41,7 % der Schülerinnen und Schüler mit einer Gymnasialempfehlung aus dem Einzugsbereich des Schulzentrums Lechenich sind zu Beginn dieses Schuljahres am Gymnasium Lechenich angemeldet. Das Schulzentrum Lechenich ist durch diese Entwicklung in seinem Bestand gefährdet.

Die Sozialdemokraten sehen im Bereich der weiterführenden Schulen zwei wichtige Aufgaben: Rat und Verwaltung müssen endlich grünes Licht für die Errichtung einer Gesamtschule geben. Rat und Verwaltung müssen aber auch den Standort Lechenich als Schulstandort attraktiver machen. „Beides gelingt, wenn wir dort die Gesamtschule einrichten“, so Axel Busch. Davon profitiert letztendlich auch das Gymnasium – wie der Stadtteil Lechenich selbst. Die jetzt von einer knappen Mehrheit beschlossene Sanierung des Schulzentrums reicht nicht aus, seine Zukunft zu sichern. Die sich über mehrere Jahre hinweg ziehende Sanierung hat darüber hinaus erhebliche negative Auswirkungen auf den laufenden Schulbetrieb.

Ein „Weiter so“ darf es nach Ansicht der Sozialdemokraten in der Schulpolitik nicht geben. „Wir müssen die längst überholten ideologischen Diskussionen über Schulformen endlich beenden. Wir müssen unsere Schulen an die sich verändernde Nachfrage und die neuen Herausforderungen anpassen. Tun wir das nicht, werden die Eltern und ihre Kinder noch stärker über die Zukunft der Erftstädter Schulen mit den Füßen abstimmen“, sind sich Bohlen und Busch einig.