Erftstadt. Ein Beschluss über den Brandschutzbedarfsplan ist nach Ansicht der SPD-Fraktion in weite Ferne gerückt. Die Vorstellungen der Feuerwehr, am Park-und-Ride-Platz eine neue zentrale Feuerwache zu bauen und ansonsten alles beim Alten zu lassen, ist nicht nur angesichts der finanziellen Situation in dieser Stadt reines Wunschdenken. „Niemand in dieser Stadt wird verstehen, wenn wir für 20 Mio. Euro eine neue zentrale Feuerwache bauen und danach trotzdem in einem Umkreis von fünf Kilometern weitere Feuerwachen in Lechenich, Ahrem, Blessem und Liblar erforderlich sind“, sagt Bohlen.

Nach einer zum Teil hitzigen Diskussion einigten sich die Mitglieder des Ausschusses für öffentliche Ordnung und Verkehr auf Vorschlag der SPD-Fraktion, die Verwaltung in einem ersten Schritt zu beauftragen zu klären, wie die Struktur der Feuerwehr verändert werden muss, wenn bei Errichtung einer zentralen Feuerwache am Pendlerparkplatz an der Autobahn die derzeitigen Feuerwachen in Lechenich und Liblar geschlossen werden. Auch soll geklärt werden, welche Feuerwehrwachen und Feuerwehrgerätehäuser in den kleineren Ortsteilen erhalten bleiben müssen. Für diese Immobilien soll die Stadt darstellen, welche Investitionen dringend notwendig sind. Außerdem verlangten die Mitglieder des Ausschusses, dass die Verwaltung eine Prioritätenliste für die notwendigen Sanierungsmaßnahmen erstellt.

Für die SPD-Fraktion steht nun fest: Das bloße Verharren auf vorhandene Strukturen wird auch beim Brandschutz und der Feuerwehr nicht zu einer erhöhten Sicherheit in der Stadt führen. Der Bau einer neuen zentralen Rettungswache bringt wenig, wenn der Brandschutz nicht insgesamt anders organisiert wird. „Die SPD-Fraktion hält einen Neubau an zentraler Stelle weiter für richtig und wichtig. Es ist aber auch klargeworden, dass zum Teil tiefgreifende Änderungen in die bisherige Feuerwehrstruktur notwendig werden“, sagt Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen. Ein einfaches Durchwinken des Brandschutzbedarfsplans ohne konkrete Festlegung auf einzelne Maßnahmen darf es nach Ansicht der SPD-Fraktion jetzt nicht geben.

Deutlich geworden ist nach Ansicht der SPD-Fraktion auch, dass der Informationsfluss zwischen hauptamtlicher und freiwilliger Feuerwehr stark verbesserungswürdig ist. „Was uns die Leitung in den vergangenen Monaten vorgestellt und berichtet hat, ist offensichtlich nie mit den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr offen und transparent diskutiert worden“, sagt Bohlen. Scheinbar gibt es tiefgreifende Differenzen zwischen hauptamtlicher und freiwilliger Feuerwehr. Den Eindruck kann man zumindest gewinnen, wenn man mit Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr spricht.