Erftstadt. „Noch so gute Argumente nutzen nichts, wenn es in Erftstadt um das Schulzentrum in Lechenich geht“, zieht Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen ein erstes Fazit nach der gestrigen Ratssitzung. „Dann wird nicht mehr inhaltlich diskutiert. Dann werden Aufträge nicht erteilt, weil deren Ergebnisse die eigene Haltung in Frage stellen. Dann spielen Kosten keine Rolle mehr“, so Bernd Bohlen weiter. Letztendlich habe sich die Mehrheit (Bürgermeister, CDU, FDP und Freie Wähler) für ein Sanierungsverfahren und einen Architektenwettbewerb entschieden, für die eine Reihe wichtiger Grundlagen fehlen.

 

Von Anfang an ging es nach Ansicht der SPD-Fraktion der Ratsmehrheit darum, eine rasche Entscheidung zu treffen. Nie ernsthaft geprüft wurde, ob zum Beispiel angesichts des Zustandes der vorhandenen Gebäude, des verwinkelten und für normale Schulabläufe schlechten Grundrisses und der aufgrund der zu erwartenden Schülerzahlen überdimensionierten Flächen ein Neubau nicht die bessere Alternative wäre. Vergeblich haben SPD und Grüne in den vergangenen Monaten immer wieder eine Gegenüberstellung von Sanierung der bestehenden Gebäude und eines Neubaus angefordert. Die Vorteile des Neubaus liegen auf der Hand: Energetisch mit dem neuestem Stand, ein Grundriss nach neuesten pädagogischen Erkenntnissen, geeignet für die Inklusion und ein Raumbedarf angepasst an die tatsächliche Entwicklung der Schülerzahlen. Jetzt wird saniert mit allen Unzulänglichkeiten die bleiben und hohen zukünftigen Betriebskosten, weil unnötige Flächen bewirtschaftet werden und Energiekosten aufgrund einer nicht durchgeführten energetischen Sanierung stetig steigen werden.

Nicht geprüft wurde bis heute die Frage, ob durch ein integriertes städtebauliches Handlungskonzept für den Gesamtbereich rund um die Schule und vielleicht auch darüber hinaus Zuschüsse aus Städtebauförderungsmitteln hätten generiert werden können. Die liegen, wie das Beispiel Liblar zeigt, bei 75 % einzelner Maßnahmen. Eine solche Möglichkeit nicht prüfen zu lassen, hält die SPD-Fraktion für grob fahrlässig. Nicht nachvollziehen mag die SPD-Fraktion auch, dass die städtebaulichen Fragen nun unabhängig von der Auslobung des Architektenwettbewerbs erfolgen sollen.

Die mit der Entscheidung zur Sanierung des Schulzentrums Lechenich demonstrierte Basta-Politik von FDP, CDU und Bürgermeister Volker Erner sorgt für neue Gräben im Rat. Die gestrige Entscheidung zur Sanierung des Schulzentrums in Lechenich ist die Fortsetzung der Basta-Politik zur Gesamtschule und zur Fortschreibung des Schulentwicklungsplans und damit eine Manifestierung einer rückwärtsgewandten Schulpolitik.